Kapitel 3

Mit erwartungsvollen, aber auch mulmigem Gefühl kletterte ich in Selenes Zimmer.

Es war ein kleiner Raum, der sich mir bot.

Kläglich und ärmlich in seiner Ausstattung.

Nur bestückt mit einer hölzernen Kommode sowie einem, aus Schilfrohr zusammengesteckten, Himmelbett.

Es war ein kümmerlicher Anblick.

Einer, über den sich Selene niemals beschwert hatte. Denn sie war stets zufrieden mit dem was sie hatte.

Freute sich bereits riesig über kleine Gesten und besaß ein Herz aus Gold.

War mit diesen reicher bestückt wie jeder andere und strahlte dabei von innen.

Ein Phänomen, das sich nicht nur auf mich sondern auch auf das Zimmer auszuwirken schien.

Denn mit jedem Blinzeln wurde es freundlicher und wärmer.

Mit jedem weiteren Moment lud es mehr und mehr zum Wohlfühlen ein.

„Ich weiß, mein Schlafzimmer ist nicht gerade ein Palast, aber-“

„Ist deshalb nicht minder perfekt“, vervollständigte ich ihren Satz, wobei Selene nickte und erklärte:

„Ja, ist es. Immerhin erinnert es mich an meine Mutter. Sie selbst hat vor vielen Jahren mein Himmelbett gebaut und mir stets geraten meinem Herzen zu folgen. Und das tue ich nun. Mit dir.“

Ich war gerührt und vom Mut meines Mondscheins begeistert.

Sosehr, dass ich auf sie zutrat und meine Arme um ihre Hüften schlang.

Ich schob sie an mich.

Ich sah ihr tief in ihre grünen Augen und küsste sie sanft auf ihre Lippen.

Mein erigiertes Glied presste sich an sie.

Ein Prickeln durchzuckte mich.

Inbrünstige Leidenschaft überkam mich.

Doch ich musste sicher gehen:

„Bist du dir sicher?“

Sie blickte noch verführerischer. Doch ihre Lippen blieben verschlossen.

Stattdessen bewegte sie einen anderen Körperteil.

Selene bewegte ihre Hand und brachte mich zum Aufstöhnen.

Sie hatte sie auf meinen, vom Stoff bedeckten, Penis gelegt.

„Ganz sicher“, hauchte sie infolgedessen.

„Aber ich habe keine Schweine- beziehungsweise Fischblase zur Verhütung.“

„Das brauchen wir nicht. Dafür habe ich etwas ganz anderes“, ließ sie mich wissen, nahm ihre Hand von mir und öffnete das oberste Fach ihrer Kommode.

Sie nahm eine Schale mit kleinen Kugeln hervor.

Ich hob die Brauen.

Was sollte das sein?

Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, wobei Selene meinen verlorenen Ausdruck verstand und erklärte:

„Das sind magische Pillen. Sie verhindern eine Schwangerschaft. Ich muss sie einmal täglich nehmen.“

„Und woher willst du wissen, dass diese wirklich funktionieren. Wir sind immerhin noch beide Jungfrauen.“

„Meine Mutter entwickelte und testete sie. Brachte mir die Herstellung bei und überließ mir alle wichtigen Papyrus-Rollen ihrer Forschung, einschließlich die Rezeptur der Pille.“

Ich war überrascht.

Überrascht über die Tatsache. dass Selenes Mutter eine Erfinderin war.

All die Jahre hatte sie mir dies verschwiegen.

Brachte es nicht über die Lippen im Gegensatz zu der Tatsache, dass sie eine Hexe mütterlicherseits war.

„Und du forscht nun für sie weiter?“, schlussfolgerte ich.

„Nein.“

Ich war verwirrt.

Warum wollte sie das Erbe ihrer Mutter nicht weiterführen?

Und weshalb verschwieg sie mir, dass ihre Mutter Erfinderin war?

„Ich erzähls dir später. Alles, aber bis dahin…“, durchdrang sie meine Gedanken, woraufhin sie die Schale zurückstellte und ihre Fingerspitzen auf meinem Brustpanzer platzierte.

Sie küsste meinen Hals.

Liebkoste seine empfindliche Haut und versetzte mich in sinnliche Ekstase.

Fiebriges Feuer entflammte, sodass ich nicht an mich halten konnte und Selenes Hintern umschloss.

Ich packte ihn fest und zog sie noch näher an mich.

An dieser Stelle würde eine explizite Sexszene stehen

 

Es war vollbracht.

Wir hatten unsere Jungfräulichkeit einander geopfert.

Waren dadurch nur noch mehr miteinander verbunden.

Inniger, als wir es sowieso schon waren.

Unser Glück war vollkommen.

„Das war… unbeschreiblich“, gestand mir meine völlig atemlose Selene schließlich.

Ich küsste sie und genoss dabei noch immer die verführerische Wärme ihres Inneren.

Fuhr ihr zärtlich durch ihre verschwitzte Haarpracht.

Unsere Lippen trennten sich, infolgedessen ich sie tief anblickte.

„Du bist…unbeschreiblich.“

Selene rollte mit ihren Augen. Sie lachte.

„Solonis…du musst mir nicht ständig…Komplimente machen…du hast mich ja immerhin schon…ins Bett bekommen.“

Jetzt musste auch ich lachen.

„Wer sagt…dass ich dich nur…einmal…ins Bett bekommen möchte?“

„Aha…erwischt!“, sagte sie und zeigte mit dem Finger auf mich.

„Du leugnest es also nicht…du bekomplimentierst mich also nur…um mit mir zu schlafen.“

Ich schüttelte meinen Kopf und grinste:

„Nein…meine Komplimente sind echt…ebenso wie mein Drang dich unermüdlich…immer wieder und wieder…aufs Neue…ficken zu wollen“, klärte ich sie auf und küsste ihren erhobenen Zeigefinger.

Sie schmolz dahin.

Das dachte ich zumindest, bis Selene konterte:

„Interessant…und jetzt raus aus mir.“

Sie schmunzelte dabei, wobei ich wusste, dass ihre Aktion nichts mit Wut zu tun hatte.

Dennoch zog ich eine Schnute.

„Muss ich das?“

„Ja, sonst fühle ich mich nämlich dazu gezwungen dir deinen heißen Po zu versohlen“, drohte sie mir verspielt, währenddessen ich unweigerlich grinsen musste.

Ich ging also mit und beteuerte:

„Als Wächter würde ich es unerschrocken darauf ankommen lassen, aber als dein Freund und Verlobter werde ich deinem Wunsch selbstverständlich nachgeben.“

„Gute Entscheidung.“

Wir kicherten.

Eine Ausgelassenheit, die ich in vollen Zügen genoss, denn sie ermöglichte es mir noch ein paar kostbare Momente in Selene zu verweilen.

In ihrem verführerischen Garten der Lüste.

Doch dann war es leider soweit. Ich musste mein Glied aus ihr herausziehen.

Ein schlimmer Moment, den ich allerdings zu meinen Vorteil nutzen konnte.

Denn ich zog meinen Penis „quälend“ langsam aus ihrer Scheide heraus.

Genoss jeden Augenblick an dem ich noch an dieser streifen konnte.

Kostete die Gelegenheit aus, um mich von jeder Pore verabschieden zu können und verließ schlussendlich doch ihren, ach so süßen, Garten.

„Was für eine ‚Rekordzeit’“, spottete meine Liebe daraufhin.

„Besser spät als nie, mein Mondschein.“

Ich grinste triumphierend und legte mich neben sie.

Ich drängte mich an ihren Körper und sah sie an, doch sie hatte keinerlei Augen für mich.

Nein, zumindest nicht für die in meinem Gesicht.

Sondern nur für die unterhalb meiner Gürtellinie:

Meine zwei Hoden und nicht zuletzt auch meinen, mittlerweile halberigierten, Schwanz.

„Das ist sehr unhöflich, Selene“, scherzte ich deshalb und wartete auf eine Reaktion, welche prompt folgte:

„Ich habe dich befleckt.“

„Ja und den Rest hat das Bett abbekommen.“

„Ehrlich?“

Ihre Augen wurden größer.

Sie setzte sich in Bewegung und begab sich zur Mitte des Bettes herab.

Sie begutachtete ihr Opfer.

Es war ein dattelgroßer, roter Blutfleck.

Vom Leinenstoff der Unterlage aufgesogen, wobei Selene ihn berührte und sagte:

„Das Leinen muss ich wechseln, aber was mache ich nur mit deinem Penis?“

Ich wusste nicht, worauf sie hinaus wollte.

Wusste nicht, was mich erwartete.

Bis Selene ihren Plan in die Tat umsetzte:

Sie kam mit ihren prachtvollen entblößten Körper wieder zurück und setzte sich neben mich.

Nicht dicht.

Strich sich ihre schwarzen Haare aus ihrem Gesicht und beugte sich zu mir herab.

Und…und…leckte mir den Penis.

Wischte das Blut genüsslich mit ihrer Zunge von ihm ab und brachte mich zum Zittern.

Eine Reaktion, die mein Glied schon bald wieder in Einsatzbereitschaft versetzten würde.

Doch soweit kam es nicht.

Denn Selene stoppte, als alle Reste von mir geleckt waren.

Sie richtete sich wieder auf und lächelte mich an.

„Du bist-“, wollte ich gerade von mir geben, aber Selene verwehrte mir den Satz zu beenden.

Verwehrte es mir, indem sie mir einen festen Kuss auf die Lippen verpasste, zwischen diese eindrang und mich mit ihrer leidenschaftlichen Zunge beehrte.

Bei Isis!

Es war so sündhaft. So sexy. So verrucht. So heiß.

Meine Lippen kribbelten noch immer, als Selene von mir ließ und mir tief in meine blauen Augen sah.

Nirgendwo sonst wollte ich sein, nur bei ihr und ihren stets überraschenden, facetteneichen Charakter.

Du bist mein Gegenstück. Die Liebe meines Lebens. Ich werde alles dafür tun, dass es dir gut geht.

Selene kuschelte sich zufrieden an mich, legte ihren verschwitzten Leib an den meinen und fragte:

„Fühlst du dich jetzt sauberer oder schmutziger als zuvor?“

„Sauberer. Denn was würde mich denn reiner machen als das Wasser deiner Scham beziehungsweise deines Mundes?“

Sie kicherte und gab mir einen verspielten Klaps auf die Brust.

„Du bist so doof, Solonis…Und ja es gäbe da etwas und das nennt sich Seife.“

Sie blickte zu mir auf und schmunzelte.

Liebte es anscheinend, wenn ich ahnungslos war.

Doch ich machte keinen Hehl daraus und sprach:

„Sei…was?“

„Seife.“

„Was ist das?“

Selene kicherte nochmals.

„Ein Mittel zur Reinigung der Haut. Ihre Grundbestandteile sind Sodawasser, Fett und Asche. Optional kann man sie aber auch mit Duftspendern wie Lotusblüten, Lilien, Honig, Weihrauch und so weiter versetzen.“

Ich war beeindruckt.

Wusste nun, dass diese ominöse Seife der Grund für Selenes so unglaublich verführerischen Duft war.

Ich wurde neugierig.

„Die Seife ist eine Erfindung deiner Mutter, nicht wahr?“

„Ja, WAR“, antwortete sie mir und schwieg.

Der Tod ihrer Mutter Bahati belastete sie noch immer deutlich, doch ich musste es einfach versuchen.

Wollte, dass Selene mich noch mehr in ihr Herz ließ und Dinge anvertraute, die sehr schwer für sie waren.

Versuchte durch meine Anfrage eine Antwort zu erlangen und hoffte, dass Selene sie mir schenkte.

Mich als ihren Informand anerkannte.

„Warum willst du denn nicht in ihre Fußstapfen treten, Selene?“

Das Schweigen ging weiter bis…sie das tat womit ich schon nicht mehr gerechnet hatte.

Denn meine Verlobte atmete tief ein und sprach:

„Aus demselben Grund aus dem ich mit der Magie aufgehört habe, Solonis.“

Ich verstand und strich meiner Liebe tröstend über die Wange.

Tränen benetzten ihre Haut.

Und wusste nun, dass Magie und Forschung, Selene zu sehr an den Verlust ihrer geliebten Mutter erinnerten.

Womöglich an die Art und Weise wie sie umkam.

Ich küsste meine Verlobte auf ihr Haar und spendete ihr Trost, indem ich meinen Arm um ihre Taille legte.

Ich streichelte sie, ließ sie meine Anwesenheit spüren und war innerlich zerrissen von der mich umgebenden Trauer und Freude:

Denn einerseits war ich unfassbar glücklich, dass mir mein Mondschein jenes Geheimnis offenbart hatte.

Aber andererseits zugleich erfüllt von unglaublichem Schmerz den Selene, wie ich vermutete, empfand.

Den ich durch meine Neugier provoziert hatte, durch mein Nichtnachdenken.

Ich war also durch mein ungescholtenes Handeln zerrissen, doch vollkommen durch die Anwesenheit meiner Liebe.

„Sie starb durch eine riesige Explosion während einer ihrer Forschungen, weißt du.

Ich war in meinem Zimmer als es geschah. Spätnachts. Die Wucht war so enorm, dass sogar Teile meiner Zimmerwand weggerissen wurden. Daher sehen mein Bett und meine Kommode auch so ramponiert aus. Aber das Schlimmste war, dass meine Mutter…meine Mutter. Ich sah sie… sah sie durch ein Loch im Mauerwerk. Sah ihre Überreste und all das Blut. Alles…“

Selenes Stimme brach. Sie schluchzte und begann hemmungslos zu weinen.

Sogleich durchzuckte mich ihre Pein.

Ich musste ausatmen, doch dann nahm ich sie noch stärker in den Arm und legte meinen Kopf auf den ihrigen.

Beruhigte sie durch meine Berührungen.

Trocknete ihre Tränen und schenkte ihr Kraft.

Kraft, die sie nun mehr als jeder andere brauchte.

Denn ihre Geschichte war schockierend.

Und ich…ich war zerfressen von furchtbaren Schuldgefühlen.

Wegen meiner Neugier, die zu diesem Thema führte, die Selene derartig aufwühlte und ihre alten Wunden aufriss.

Ich war ein Vollidiot.

„Danke, Solonis. Mir geht es schon viel besser“, gestand sie mir nach einiger Zeit und atmete wieder halbwegs normal.

Mir fiel ein Stein vom Herzen und war erleichtert, dass sie mir meine Dummheit nicht übel zu nehmen schien.

„Nach ihrem Tod hat mein Vater ihr Experimentierzimmer zugemauert und nicht mehr über sie gesprochen. Nie mehr.“

Mein Mund wurde trocken.

Ich konnte es nicht fassen, was für Leid mein Mondschein erfahren musste.

Wie schwer diese Bilder zu verkraften waren.

Wie hart es war Wand an Wand an dem Zimmer zu wohnen, in dem ihre geliebte Mutter ein Ende fand.

„Weißt du, Solonis…Mein Vater war nicht immer so…Der Verlust meiner Mutter machte ihm zu dem was er heute ist. Er verlor sich selbst. Wurde strenger, vergrub sich mehr und mehr in sein Keramikgeschäft, wurde nicht mehr glücklich. Es scheint fast so, als ob durch den Tod meiner Mutter ein großer Teil seiner Persönlichkeit verloren gegangen wäre. Seine Menschlichkeit.“

Stille trat wieder ein.

Bedrückender wie eh und je.

Mein Magen verkrampfte sich, denn ein trauriger Verdacht keimte in mir auf.

„Selene“, durchbrach ich also die Stille, „behandelt dich dein Vater also nur so schlecht, weil du ihn an seine schmerzhaft verlorene Liebe erinnerst? Du selbst erzähltest mir immerhin, dass du ihr sehr ähnlich sehest. Und kann es sein, dass ich als dein Verehrer verhasst bin, weil dein Vater nicht mitansehen kann wie ein Abbild seiner Frau einen anderen Freund hat?“

Selene blickte zu mir auf.

Ihre Augen waren nun wieder mit Tränen gefüllt.

Sosehr, dass ich kurz davorstand meine Fragen zurückzuziehen, doch Selene kam mir zuvor und antwortete:

„Ich weiß es nicht, aber es wäre möglich.“

Ich strich ihr erneut beruhigend über die Wange, als sie fortfuhr:

„Und seit jener Nacht ist auch seine väterliche, fürsorgliche Seite verloren gegangen. Keinen Gute-Nacht-Kuss, kein tröstendes In-den-Arm-nehmen und keinen Gut gemacht-Klapser auf die Schulter mehr. So als ob eine Berührung pures Gift für ihn wäre.“

„Wie waren denn die Berührungen zwischen ihn und deiner Mutter?“

„Meine Mutter beschrieb es als durchzuckendes Feuer der Liebe. Ein Prickeln, ein Rätsel, welches sie nicht zu durchschauen vermochte.“

Und dann kam mir und Selene der gleiche Gedanke.

Kek und Bahati.

Selene und ich.

Wir spürten dasselbe.

Dieses lodernde Feuer, diese nie enden wollende Erregung.

Eine Wohltat, welche nach dem Tod von Bahati wegfiel.

Doch Selene war ein Abbild ihrer Mutter.

Ein Trugbild für Kek.

Eines, das ihn spätestens beim Umarmen seiner Tochter unerbittlich ins Gedächtnis rief, auf welche schreckliche Weise seine Frau den Tod fand.

Denn keine Flammen waren bei der Berührung Selenes zu spüren.

Lediglich Verlust und Trauer.

Eine Theorie, die einfach alles erklärte:

Dieses distanzierte Verhalten, diese entgegengebrachte Ablehnung.

Denn Selene und ich hatten nun das, was er verloren hatte.

Diese wahre, reine Liebe und wollte nicht, dass ein Abbild seiner Frau mit einem anderen Mann zusammen war.

Es passte.

„Dann kann ich das Verhalten meines Vaters akzeptieren. Ich bin es immerhin, der ihn stets mit Schmerz erfüllt. Aber vielleicht sollte ich ihn unnötiges Leid ersparen und –“

„Dann zieh fort mit mir. Raus aus diesem Land. In ein anderes das sicher ist.“

Selene blickte mich skeptisch an.

„Eines, das sicher ist? Wie meinst du das, Solonis?“

„Dein Vater ist unberechenbar. Er könnte durchdrehen und dir etwas antun. Also flieh am besten schon morgen mit mir!“

Selene biss sich auf die Lippen und dachte angestrengt nach.

„Ich bezweifle, dass mein Vater bereits heute oder am nächsten Tag zum Mörder wird. Also warum schon morgen? Weshalb so schnell?“

Meine kluge Selene kam mir auf die Schliche, doch ich wollte ihr den wahren Grund nicht nennen.

Es hätte sie nur noch mehr belastet.

Sie mit schrecklicher Angst erfüllt.

Ich wich also aus und sprach:

„Man kann ja nie wissen.“

„Ja, das kann man nicht, Doch irgendwie werde dennoch das Gefühl nicht los, dass du mir etwas verschweigst, Solonis.“

Sie blickte mich eindringlicher an, aber ich versiegelte meine Lippen.

Ich konnte es einfach nicht über mich bringen ihr die Gefahr, in der sie sich befand, zu erklären.

Mein Mondschein wirkte daraufhin zu recht verärgert und argwöhnte:

„Hat es etwas mit meinen achtzehnten Geburtstag zu tun?“

Sie traf genau ins Schwarze.

Ich versuchte mir allerdings nichts anmerken zu lassen.

„Solonis!“, knurrte sie mit Nachdruck.

Sie pochte auf eine Antwort und blickte finster.

Also sprach ich die Wahrheit.

Die einzig wahre, die sie wissen musste.

„Selene, ich liebe dich. Ich werde es nicht zulassen, dass dir jemand auch nur ein Haar krümmt. Nicht dein Vater und auch kein anderer, also bitte-“

„Wer sollte mir sonst noch etwas antun sollen? Solonis, sag es-“

„Selene bist du da?“, ertönte es plötzlich aus dem Untergeschoss des Hauses.

Es war Kek.

Panik überkam meine Freundin.

„Du musst hier weg, Solonis. Wenn er dich erwischt.“

„Versprich, morgen mit mir zu fliehen“, flüsterte ich ihr daraufhin entgegen, „Pack deine Sachen und geh fort mit mir. Hier ist es nicht sicher für dich. Bitte!“

Selene starrte mich an.

War geschockt von meiner Bettlerei, aber auch von Angst erfüllt, denn Schritte waren nun im Lager zu vernehmen.

Selenes Vater war direkt unter uns.

„Ich verspreche es“, flüsterte sie daher so leise wie nur möglich und küsste mich auf den Mund.

„Und jetzt geh!“

Ich gehorchte ihren Worten, stieg leise aus dem Bett, nahm meinen Zauberstab und ließ meinen Brustpanzer mithilfe eines Zauberspruches verschwinden.

Danach zauberte ich meine Toga herbei und striff sie mir über.

Ich schlich mich zum Fenster, als das Knacken der Holzleiter ertönte.

Eine fatale Angelegenheit, denn Kek wollte wohl nach dem rechten sehen.

Ich wusste, dass ich es nicht rechtzeitig schaffen würde, um herauszuklettern und ahnte, dass es wohl zu einer kämpferischen Konfrontation zwischen ihn und mir kommen würde.

Und das zum Leidwesen meiner Selene.

 

Mein Vater drohte jeden Moment in mein Zimmer zu platzen.

Drohte meinen Liebsten zu erblicken und einen Kampf zu entfachen, den ich mit allen Mitteln verhindern wollte.

Ich tat daher etwas, was ich zutiefst verabscheute.

Ich log meinen Vater an.

Doch zuvor riss ich mir meine Tunika, welche glücklicherweise vor mir in der rechten Ecke des Raumes gelandet war, über und rutschte zur Öffnung meines Zimmers.

Meine Knie schmerzten aufgrund des Bodenkontaktes, doch es war die Sache wert. Denn nur noch drei Sprossen trennten meinen Vater vom Anblick auf mein Geheimnis.

Meine verbrachte Zusammenkunft mit Solonis.

Ich blickte zu meinen Vater herab und lächelte unschuldig.

„Entschuldige, Vater. Ich habe dich nicht gehört. Habe tief und fest geschlafen.“

Er hob seinen Kopf und musterte mich misstrauisch.

„Muss ein Albtraum gewesen sein. Deine Haare sehen ja furchtbar aus.“

Mir wurde übel.

Das Geheimnis drohte gelüftet zu werden.

Ich musste also geschwind handeln und fühlte mich dazu gezwungen die bitterste Trumpf-Karte auszuspielen.

Ich musste mich dazu überwinden.

Doch es war unabdingbar.

Zum Schutz von Solonis.

Aus Liebe zu ihm.

Ich atmete tief durch und sprach:

„Ja und Nein. Es war die Erinnerung am Tod meiner Mutter. Den Tag, an dem sie starb. Und ich wünschte so sehr, dass es wirklich ein Albtraum gewesen wäre, doch die Realität sieht…“

Die Mimik meines Vaters war von Trauer gezeichnet.

Sein Blick wirkte leer, doch seine Augen waren mit Tränen gefüllt.

Er hatte genug.

Ohne auch nur ein weiteres Wort, kletterte er hinunter und verschwand in seinem Zimmer, links hinter dem Lagerraum.

Denn das rechte war unser Bad.

Ich atmete erleichtert aus, als die Tür zu seinem Zimmer geschlossen wurde.

Ich hatte es geschafft.

Hatte ein Unglück abgewendet.

Ich wandte meinen Kopf zum Fenster.

Solonis war noch immer hier.

Er wirkte beeindruckt.

„Du böses Mädchen“, flüsterte er.

Ich schmunzelte, näherte mich dabei und legte meine Hände an seine Brust.

Ich sah ihm direkt ins Gesicht und bemerkte:

„Das böse Mädchen hat dir soeben den Arsch gerettet.“

Nun konnte auch er sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„’Oh, danke’“, erwiderte er daraufhin spöttisch.

Sein männliches Ego gebot es ihm wohl.

Ich maßregelte ihn daher und verpasste ihm einen leichten Klaps auf die Brust.

Ein Verhalten, das er von mir kannte.

Eines, das ihm symbolisierte wie sehr ich ihn liebte und wie viel er mir bedeutete.

Und so geschah es, dass er dahingehend nachzog, meine rechte Hand in seine verzierte nahm und zu seinen Herzen heranzog, ehedem er sie an seinen Mund legte und küsste.

Ich schmolz dahin.

„Ich werde morgen Nachmittag bei dir sein. Werde bis dahin alles Nötige zu unserer Flucht erledigt haben. Semper fidelis!“

Und mit jenen Worten verabschiedete er sich von mir, gab mir nochmals einen Handkuss und kletterte aus dem Fenster.

Leise, mithilfe von Magie.

Ließ Steinvorsprünge mithilfe des Gradus-Zaubers an der Außenwand des Hauses erscheinen und stieg herab.

Am Boden angekommen, sah er noch einmal zu mir auf und schenkte mir einen Luftkuss, ehedem er von dannen zog.

Ich blieb am Fenster stehen, verfolgte sehnsuchtsvoll seinen Weggang und spürte wie mit jedem Schritt seines Fortgehens ein zunehmender Schmerz in mir entstand.

Ein Schmerz, der Isis sei Dank, nicht von langer Dauer sein würde.

Denn schon morgen begann meine Zukunft.

Meine freie Zukunft mit Solonis.

Mit erwartungsvollen, aber auch mulmigem Gefühl kletterte ich in Selenes Zimmer.

Es war ein kleiner Raum, der sich mir bot.

Kläglich und ärmlich in seiner Ausstattung.

Nur bestückt mit einer hölzernen Kommode sowie einem, aus Schilfrohr zusammengesteckten, Himmelbett.

Es war ein kümmerlicher Anblick.

Einer, über den sich Selene niemals beschwert hatte. Denn sie war stets zufrieden mit dem was sie hatte.

Freute sich bereits riesig über kleine Gesten und besaß ein Herz aus Gold.

War mit diesen reicher bestückt wie jeder andere und strahlte dabei von innen.

Ein Phänomen, das sich nicht nur auf mich sondern auch auf das Zimmer auszuwirken schien.

Denn mit jedem Blinzeln wurde es freundlicher und wärmer.

Mit jedem weiteren Moment lud es mehr und mehr zum Wohlfühlen ein.

„Ich weiß, mein Schlafzimmer ist nicht gerade ein Palast, aber-“

„Ist deshalb nicht minder perfekt“, vervollständigte ich ihren Satz, wobei Selene nickte und erklärte:

„Ja, ist es. Immerhin erinnert es mich an meine Mutter. Sie selbst hat vor vielen Jahren mein Himmelbett gebaut und mir stets geraten meinem Herzen zu folgen. Und das tue ich nun. Mit dir.“

Ich war gerührt und vom Mut meines Mondscheins begeistert.

Sosehr, dass ich auf sie zutrat und meine Arme um ihre Hüften schlang.

Ich schob sie an mich.

Ich sah ihr tief in ihre grünen Augen und küsste sie sanft auf ihre Lippen.

Mein erigiertes Glied presste sich an sie.

Ein Prickeln durchzuckte mich.

Inbrünstige Leidenschaft überkam mich.

Doch ich musste sicher gehen:

„Bist du dir sicher?“

Sie blickte noch verführerischer. Doch ihre Lippen blieben verschlossen.

Stattdessen bewegte sie einen anderen Körperteil.

Selene bewegte ihre Hand und brachte mich zum Aufstöhnen.

Sie hatte sie auf meinen, vom Stoff bedeckten, Penis gelegt.

„Ganz sicher“, hauchte sie infolgedessen.

„Aber ich habe keine Schweine- beziehungsweise Fischblase zur Verhütung.“

„Das brauchen wir nicht. Dafür habe ich etwas ganz anderes“, ließ sie mich wissen, nahm ihre Hand von mir und öffnete das oberste Fach ihrer Kommode.

Sie nahm eine Schale mit kleinen Kugeln hervor.

Ich hob die Brauen.

Was sollte das sein?

Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, wobei Selene meinen verlorenen Ausdruck verstand und erklärte:

„Das sind magische Pillen. Sie verhindern eine Schwangerschaft. Ich muss sie einmal täglich nehmen.“

„Und woher willst du wissen, dass diese wirklich funktioniert. Wir sind immerhin noch beide Jungfrauen.“

„Meine Mutter entwickelte und testete sie. Brachte mir die Herstellung bei und überließ mir alle wichtigen Papyrus-Rollen ihrer Forschung, einschließlich die Rezeptur der Pille.“

Ich war überrascht.

Überrascht über die Tatsache. dass Selenes Mutter eine Erfinderin war.

All die Jahre hatte sie mir dies verschwiegen.

Brachte es nicht über die Lippen im Gegensatz zu der Tatsache, dass sie eine Hexe mütterlicherseits war.

„Und du forscht nun für sie weiter?“, schlussfolgerte ich.

„Nein.“

Ich war verwirrt.

Warum wollte sie das Erbe ihrer Mutter nicht weiterführen?

Und weshalb verschwieg sie mir, dass ihre Mutter Erfinderin war?

„Ich erzähls dir später. Alles, aber bis dahin…“, durchdrang sie meine Gedanken, woraufhin sie die Schale zurückstellte und ihre Fingerspitzen auf meinem Brustpanzer platzierte.

Sie küsste meinen Hals.

Liebkoste seine empfindliche Haut und versetzte mich in sinnliche Ekstase.

Fiebriges Feuer entflammte, sodass ich nicht an mich halten konnte und Selenes Hintern umschloss.

Ich packte ihn fest und zog sie noch näher an mich.

Wir stöhnten, wobei ich meine Finger nun langsam herabgleiten ließ und unter Selenes Tunika beförderte.

Ich berührte ihre nackte Haut, spürte jede Pore ihres Körpers und schob den Saum des Kleides höher und höher.

Glitt über ihre Hüften, über ihren Bauchnabel, ihre Rippen.

All das ließ Selene zu und hob sogar ihre Arme, um es mir noch leichter zu machen.

Ich war nun an ihren Brüsten angelangt.

Hob sie von unten behutsam an, wobei Selene ihren Kopf lustvoll nach hinten beugte.

Sie stöhnte.

Ein Laut, der mich nur noch mehr erregte.

Mich dazu veranlasste, sie noch weiter zu erkunden, ihre Brüste komplett zu umfassen.

Ihre Brustwarzen zu berühren.

Ihre aufgerichtete Knospen zwischen meinen Fingern gleiten zu lassen.

Und immer wieder und wieder die Lustschreie meiner Selene zu vernehmen.

Doch das genügte mir nunmehr nicht mehr, sodass ich Selenes Tunika komplett auszog und in eine Ecke ihres Zimmers warf.

Sie stand nun splitterfasernackt vor mir.

War vollkommen unbekleidet, wobei es mir endlich möglich ihre komplette Körperkraft in Augenschein zu nehmen.

Sie war wunderschön.

„Und jetzt bist du an der Reihe!“

Sie glitt zu den Scharnieren meines Brustpanzers und öffnete sie ganz vorsichtig.

Sodass ich im Stande war sein Gewicht von 10 (KILO?!!!) zusammen mit Selene abzufangen.

Wir stellten den Panzer in die nächstgelegene Ecke des Zimmers, wonach ihre Hand erneut zu meinem Penis wanderte.

Doch diesmal war es anders.

Denn diesmal war sie unterhalb meiner Toga.

Auf meiner nackten, unbedeckten Haut.

Sie begann also mit ihren warmen Fingern an ihm herumzuspielen, meinen Schaft auf und ab zu fahren, meine Spitzen zu umkreisen.

Unaufhörlich, in berauschenden Bewegungen.

Ich legte vor Lust meinen Kopf in den Nacken und genoss die Hitze meiner Freundin.

Ich stöhnte unerbittlich und fiel aus allen Wolken, als sie plötzlich ihr Fingerspiel beendete.

Ich riss meine Augen auf.

Selene hatte ihre Hand unter dem Stoff hervorgeholt.

sah mich mit geweiteten Pupillen an und begann damit meine Oberschenkel zu berühren.

Mit beiden Händen fuhr sie an ihnen hoch.

Überschritt die Grenze des Saumes und glitt oberhalb der Toga an meinen Hoden herauf.

Hinauf zu meinem Schambein, zu meinen Bauchmuskeln und schließlich zu meinen Brustwarzen.

Ihnen schenkte sie besonders viel Aufmerksamkeit, indem sie an ihnen auf und ab rieb.

Mein Atem beschleunigte sich.

Meine Brust hob und senkte sich vor Lust.

Stand schon kurz davor, Selene vor unstillbarer Gier zu packen, doch sie machte mir dies für einige Zeit lang unmöglich.

Denn das was sie jetzt tat war auf eine positive Art und Weise derartig lähmend, dass ich vergaß mich bewegen zu können.

Zu sehr war ich damit beschäftigt, Selene anzusehen.

Denn sie bewegte sich an mir wieder herunter, zog beherzt den Zauberstab aus der Lasche meines Ledergürtels und benutzte diesen, um ihre Brustwarzen zu umkreisen.

Spielte mit ihm an ihren Spitzen.

Sie stöhnte und leckte sich die Lippen, wobei sich ihr Oberkörper dem Zauberstab entgegenreckte.

Solange bis sie genug hatte und meinen hölzernen Stab an sich herabgleiten ließ.

Ihn an ihre Scham streifen und ihn mit unglaublicher Anmut zwischen ihre Schamlippen gleiten ließ.

Anfangs nur oberflächlich, doch dann seiner Spitze erlaubte in ihr Innerstes eindringen zu dürfen.

In eine andere Welt eintauchen gewährte, ihre Feuchte kosten und ihr als Lustspender dienen konnte.

Solange wie sie wollte, so tief sie wünschte, bis…

Sie ihn aus ihren Lustgarten verbannte.

Aber nur, um mir ihre Nässe an seinem Holz zu beweisen.

Das Produkt ihrer Lust vorzuführen.

Mein erigiertes Glied pulsierte aufgrund dieses Anblickes und verzehrte sich nach Erlösung.

Einen Willen, den Selene zu bemerken schien.

Den sie sich hingeben wollte und mit diesen Handlungen einleitete:

Sie drückten den befeuchteten Zauberstab an meinen Mund, wischte ihre intime Nässe an ihn ab.

Ließ mich ihren weiblichen Duft schmecken, ihn in mich aufnehmen und presste sich mit ihren Hüften sowie Brüsten dicht an mich.

Ich schrie auf vor prickelnder Erregung.

Vor dem wohltuenden Feuer in meinem Mund, als Selene ihre Lippen auf die meinen legte.

Mit ihren Kuss ein unbeschreibliches Lodern entfachte, woraufhin ich nicht anders konnte.

Ich erwiderte ihren Kuss voller Inbrunst und hob Selene auf meine Hüften.

Fühlte dabei wie mein steifer Penis sich einen weg durch den Stoff in Selene bahnen wollte und trug sie zu Bette.

Ließ sie dort sanft in die Kissen fallen und löste mich von ihren vollen Mund, um ihren nackten Hals zu liebkosen.

Unter den leibesdurchzuckenden Lauten ihrer Lust, ließ ich meine Zunge über sie gleiten.

Leckte ihre Schlüsselbeine, ihre Brüste, ihre Brustwarzen und wanderte an ihnen zu ihrem Bauchnabel hinab.

Ich umkreiste ihn mit meiner feuchten Zunge, hauchte ihn behutsam an, ehedem ich mich mit Selenes Oberschenkel befasste.

Ich küsste die Stellen ihrer angewinkelten Beine, arbeitete mich von außen nach innen vor und saugte schließlich an ihren Innenschenkeln.

Selenes Becken bebte.

Es streckte sich mir entgegen.

Eine Einladung, welche ich gerne annahm.

Denn so war ich es nun, die an Selenes Scham auf- und abfuhr.

Sie umspielte, umgarnte, spreizte und in sie eindrang.

Ich labte mich an ihre Feuchte, striff mit meiner rauen Zunge über ihre Klitoris und erfreute mich an den darauffolgenden Sehnsuchtsschreien meiner Liebsten.

„Solonis!“, hauchte sie sowohl heißer als auch fordernd.

Sie legte mir dabei ihre Hand auf meinen Kopf.

Glitt durch meine Haare, streichelte meinen Nacken und brachte mich schließlich auf die Idee selbst noch tiefer zu gehen.

Runter zu ihren Jungfernhäutchen.

Ich ebnete mir einen Weg durch ihre vor Erregung angeschwollenen, verborgenen Schamlippen und war schließlich am Ziel.

War nun am Häutchen und nahm etwas Abstand von der Scheide meiner Selene, um es noch genaurer betrachten zu können.

„Du bist mein“, hieß ich es als innigen Freund willkommen und fing an es zu lecken und zu bezüngeln.

Ich begutachtete es mit jeden Zentimeter meiner Zunge und spürte seine unvergleichliche Zartheit.

„Zieh dich aus, Solonis. Stoß in mich!“, begehrte meine Selene mit unerschütterlichen Willen, wobei ich mich aufsetzte und, unter erregenden Blicken meiner Auserwählten, die Toga von mir zog.

Augenblicklich selbst splitterfasernackt, beugte ich mich über sie.

Legte meine verzierte Hand neben ihre Taille und die andere auf meinen pulsierenden Penis.

Ich setzte ihn an den Eingang ihrer Scheide und stieß zu.

Mit einem Ruck riss das Häutchen.

Bot mir uneingeschränkten Zugang zu ihren inneren Tempel.

Wir stöhnten auf.

Verloren uns in der unsagbaren Erregung des anderen.

Drängten uns aneinander und entfachten ein Lauffeuer von unbeschreibbarer Macht, sodass ein Löschen niemals möglich gewesen wäre.

„Selene!“, raunte ich ekstatisch, als ich begann mehr und mehr in sie vorzustoßen.

Unsere Körper rieben dabei aneinander, berührten sich vor Verlangen, brachten unsere Körperflüssigkeiten zum Verschmelzen.

Schließlich erhöhte ich mein Tempo, fühlte wie sehr Selene mein Vorhaben unterstützte.

Wie schnell sie ihre Hüftbewegungen an den meinigen anpasste.

Spürte wie sie mich und meinen Hintern noch dichter an sich heranzog und liebte es in ihre ausdrucksstarken, grünen Augen zu blicken.

Liebte es ihre hemmungslosen Lustschreie aus ihrem Mund kommen zu sehen und ihre Brüste zu befingern.

Und dann war es soweit. Der große Augenblick war gekommen…

Meine Bewegungen wurden immer ruckartiger.

Unsere Lustlauter immer intensiver.

Bis der Höhepunkt uns erschütterte.

Unsere Körper zum Beben und meinen Samen zum Fließen brachte.

Wir keuchten vor süßer Erfüllung.

Es war vollbracht.

Wir hatten unsere Jungfräulichkeit einander geopfert.

Waren dadurch nur noch mehr miteinander verbunden.

Inniger, als wir es sowieso schon waren.

Unser Glück war vollkommen.

„Das war… unbeschreiblich“, gestand mir meine völlig atemlose Selene schließlich.

Ich küsste sie und genoss dabei noch immer die verführerische Wärme ihres Inneren.

Fuhr ihr zärtlich durch ihre verschwitzte Haarpracht.

Unsere Lippen trennten sich, infolgedessen ich sie tief anblickte.

„Du bist…unbeschreiblich.“

Selene rollte mit ihren Augen. Sie lachte.

„Solonis…du musst mir nicht ständig…Komplimente machen…du hast mich ja immerhin schon…ins Bett bekommen.“

Jetzt musste auch ich lachen.

„Wer sagt…dass ich dich nur…einmal…ins Bett bekommen möchte?“

„Aha…erwischt!“, sagte sie und zeigte mit dem Finger auf mich.

„Du leugnest es also nicht…du bekomplimentierst mich also nur…um mit mir zu schlafen.“

Ich schüttelte meinen Kopf und grinste:

„Nein…meine Komplimente sind echt…ebenso wie mein Drang dich unermüdlich…immer wieder und wieder…aufs Neue…ficken zu wollen“, klärte ich sie auf und küsste ihren erhobenen Zeigefinger.

Sie schmolz dahin.

Das dachte ich zumindest, bis Selene konterte:

„Interessant…und jetzt raus aus mir.“

Sie schmunzelte dabei, wobei ich wusste, dass ihre Aktion nichts mit Wut zu tun hatte.

Dennoch zog ich eine Schnute.

„Muss ich das?“

„Ja, sonst fühle ich mich nämlich dazu gezwungen dir deinen heißen Po zu versohlen“, drohte sie mir verspielt, währenddessen ich unweigerlich grinsen musste.

Ich ging also mit und beteuerte:

„Als Wächter würde ich es unerschrocken darauf ankommen lassen, aber als dein Freund und Verlobter werde ich deinem Wunsch selbstverständlich nachgeben.“

„Gute Entscheidung.“

Wir kicherten.

Eine Ausgelassenheit, die ich in vollen Zügen genoss, denn sie ermöglichte es mir noch ein paar kostbare Momente in Selene zu verweilen.

In ihrem verführerischen Garten der Lüste.

Doch dann war es leider soweit. Ich musste mein Glied aus ihr herausziehen.

Ein schlimmer Moment, den ich allerdings zu meinen Vorteil nutzen konnte.

Denn ich zog meinen Penis „quälend“ langsam aus ihrer Scheide heraus.

Genoss jeden Augenblick an dem ich noch an dieser streifen konnte.

Kostete die Gelegenheit aus, um mich von jeder Pore verabschieden zu können und verließ schlussendlich doch ihren, ach so süßen, Garten.

„Was für eine ‚Rekordzeit’“, spottete meine Liebe daraufhin.

„Besser spät als nie, mein Mondschein.“

Ich grinste triumphierend und legte mich neben sie.

Ich drängte mich an ihren Körper und sah sie an, doch sie hatte keinerlei Augen für mich.

Nein, zumindest nicht für die in meinem Gesicht.

Sondern nur für die unterhalb meiner Gürtellinie:

Meine zwei Hoden und nicht zuletzt auch meinen, mittlerweile halberigierten, Schwanz.

„Das ist sehr unhöflich, Selene“, scherzte ich deshalb und wartete auf eine Reaktion, welche prompt folgte:

„Ich habe dich befleckt.“

„Ja und den Rest hat das Bett abbekommen.“

„Ehrlich?“

Ihre Augen wurden größer.

Sie setzte sich in Bewegung und begab sich zur Mitte des Bettes herab.

Sie begutachtete ihr Opfer.

Es war ein dattelgroßer, roter Blutfleck.

Vom Leinenstoff der Unterlage aufgesogen, wobei Selene ihn berührte und sagte:

„Das Leinen muss ich wechseln, aber was mache ich nur mit deinem Penis?“

Ich wusste nicht, worauf sie hinaus wollte.

Wusste nicht, was mich erwartete.

Bis Selene ihren Plan in die Tat umsetzte:

Sie kam mit ihren prachtvollen entblößten Körper wieder zurück zu mir und setzte sich neben mich.

Nicht dicht.

Strich sich ihre schwarzen Haare aus ihrem Gesicht und beugte sich zu mir herab.

Und…und…

leckte mir den Penis.

Wischte das Blut genüsslich mit ihrer Zunge von ihm ab und brachte mich zum Zittern.

Eine Reaktion, die mein Glied schon bald wieder in Einsatzbereitschaft versetzten würde.

Doch soweit kam es nicht.

Denn Selene stoppte, als alle Reste von mir geleckt waren.

Sie richtete sich wieder auf und lächelte mich an.

„Du bist-“, wollte ich gerade von mir geben, aber Selene verwehrte mir den Satz zu beenden.

Verwehrte es mir, indem sie mir einen festen Kuss auf die Lippen verpasste, zwischen diese eindrang und mich mit ihrer leidenschaftlichen Zunge beehrte.

Bei Isis! Es war so sündhaft. So sexy. So verrucht. So heiß.

Meine Lippen kribbelten noch immer, als Selene von mir ließ und mir tief in meine blauen Augen sah.

Nirgendwo sonst wollte ich sein, nur bei ihr, und ihren stets überraschenden, facetteneichen Charakter.

Du bist mein Gegenstück. Die Liebe meines Lebens. Ich werde alles dafür tun, dass es dir gut geht.

Selene kuschelte sich zufrieden an mich, legte ihren verschwitzten Leib an den meinen und fragte:

„Fühlst du dich jetzt sauberer oder schmutziger als zuvor?“

„Sauberer. Denn was würde mich denn reiner machen als das Wasser deiner Scham beziehungsweise deines Mundes?“

Sie kicherte und gab mir einen verspielten Klaps auf die Brust.

„Du bist so doof, Solonis…Und ja es gäbe da etwas und das nennt sich Seife.“

Sie blickte zu mir auf und schmunzelte.

Liebte es anscheinend, wenn ich ahnungslos war.

Doch ich machte keinen Hehl daraus und sprach:

„Sei…was?“

„Seife.“

„Was ist das?“

Selene kicherte nochmals.

„Ein Mittel zur Reinigung der Haut. Ihre Grundbestandteile sind Sodawasser, Fett und Asche. Optional kann man sie aber auch mit Duftspendern wie Lotusblüten, Lilien, Honig, Weihrauch und so weiter versetzen.“

Ich war beeindruckt.

Wusste nun, dass diese ominöse Seife der Grund für Selenes so unglaublich verführerischen Duft war.

Ich wurde neugierig.

„Die Seife ist eine Erfindung deiner Mutter, nicht wahr?“

„Ja, war“, antwortete sie mir und schwieg.

Der Tod ihrer Mutter Bahati belastete sie noch immer deutlich, doch ich musste es einfach versuchen.

Wollte, dass Selene mich noch mehr in ihr Herz ließ und Dinge anvertraute, die sehr schwer für sie waren.

Versuchte durch meine Anfrage eine Antwort zu erlangen und hoffte, dass Selene sie mir schenkte.

Mich als ihren Informand anerkannte.

„Warum willst du denn nicht in ihre Fußstapfen treten, Selene?“

Das Schweigen ging weiter bis…sie das tat womit ich schon nicht mehr gerechnet hatte.

Denn meine Verlobte atmete tief ein und sprach:

„Aus demselben Grund aus dem ich mit der Magie aufgehört habe, Solonis.“

Ich verstand und strich meiner Liebe tröstend über die Wange.

Tränen benetzten ihre Haut.

Wusste nun, dass Magie und Forschung, Selene zu sehr an den Verlust ihrer geliebten Mutter erinnerten.

Womöglich an die Art und Weise wie sie umkam.

Ich küsste meine Verlobte auf ihr Haar und spendete ihr Trost, indem ich meinen Arm um ihre Taille legte.

Ich streichelte sie, ließ sie meine Anwesenheit spüren und war innerlich zerrissen von der mich umgebenden Trauer und Freude:

Denn einerseits war ich unfassbar glücklich, dass mir mein Mondschein jenes Geheimnis offenbart hatte.

Aber andererseits zugleich erfüllt von unglaublichem Schmerz den Selene, wie ich vermutete, empfand.

Den ich durch meine Neugier provoziert hatte, durch mein Nichtnachdenken.

Ich war also durch mein ungescholtenes Handeln zerrissen, doch vollkommen durch die Anwesenheit meiner Liebe.

„Sie starb durch eine riesige Explosion während einer ihrer Forschungen, weißt du.

Ich war in meinem Zimmer als es geschah. Spätnachts. Die Wucht war so enorm, dass sogar Teile meiner Zimmerwand weggerissen wurden. Daher sehen mein Bett und meine Kommode auch so ramponiert aus. Aber das Schlimmste war, dass meine Mutter…meine Mutter. Ich sah sie… sah sie durch ein Loch im Mauerwerk. Sah ihre Überreste und all das Blut. Alles…“

Selenes Stimme brach. Sie schluchzte und begann hemmungslos zu weinen.

Sogleich durchzuckte mich ihre Pein.

Ich musste ausatmen, doch dann nahm ich sie noch stärker in den Arm und legte meinen Kopf auf den ihrigen.

Beruhigte sie durch meine Berührungen.

Trocknete ihre Tränen und schenkte ihr Kraft.

Kraft, die sie nun mehr als jeder andere brauchte.

Denn ihre Geschichte war schockierend.

Und ich…ich war zerfressen von furchtbaren Schuldgefühlen.

Wegen meiner Neugier, die zu diesem Thema führte, die Selene derartig aufwühlte und ihre alten Wunden aufriss.

Ich war ein Vollidiot.

„Danke, Solonis. Mir geht es schon viel besser“, gestand sie mir nach einiger Zeit und atmete wieder halbwegs normal.

Mir fiel ein Stein vom Herzen und war erleichtert, dass sie mir meine Dummheit nicht übel zu nehmen schien.

„Nach ihrem Tod hat mein Vater ihr Experimentierzimmer zugemauert und nicht mehr über sie gesprochen. Nie mehr.“

Mein Mund wurde trocken.

Ich konnte es nicht fassen, was für Leid mein Mondschein erfahren musste.

Wie schwer diese Bilder zu verkraften waren.

Wie hart es war Wand an Wand an dem Zimmer zu wohnen, in dem ihre geliebte Mutter ein Ende fand.

„Weißt du, Solonis…Mein Vater war nicht immer so…Der Verlust meiner Mutter machte ihm zu dem was er heute ist. Er verlor sich selbst. Wurde strenger, vergrub sich mehr und mehr in sein Keramikgeschäft, wurde nicht mehr glücklich. Es scheint fast so, als ob durch den Tod meiner Mutter ein großer Teil seiner Persönlichkeit verloren gegangen wäre. Seine Menschlichkeit.“

Stille trat wieder ein.

Bedrückender wie eh und je.

Mein Magen verkrampfte sich, denn ein trauriger Verdacht keimte in mir auf.

„Selene“, durchbrach ich also die Stille, „behandelt dich dein Vater also nur so schlecht, weil du ihn an seine schmerzhaft verlorene Liebe erinnerst? Du selbst erzähltest mir immerhin, dass du ihr sehr ähnlich sehest. Und kann es sein, dass ich als dein Verehrer verhasst bin, weil dein Vater nicht mitansehen kann wie ein Abbild seiner Frau einen anderen Freund hat?“

Selene blickte zu mir auf.

Ihre Augen waren nun mit Tränen gefüllt.

Sosehr, dass ich kurz davorstand meine Fragen zurückzuziehen, doch Selene kam mir zuvor und antwortete:

„Ich weiß es nicht, aber es wäre möglich.“

Ich strich ihr erneut beruhigend über die Wange, als sie fortfuhr:

„Und seit jener Nacht ist auch seine väterliche, fürsorgliche Seite verloren gegangen. Keinen Gute-Nacht-Kuss, kein tröstendes In-den-Arm-nehmen und keinen Gut gemacht-Klapser auf die Schulter mehr. So als ob eine Berührung pures Gift für ihn wäre.“

„Wie waren denn die Berührungen zwischen ihn und deiner Mutter?“

„Meine Mutter beschrieb es als durchzuckendes Feuer der Liebe. Ein Prickeln, ein Rätsel, welches sie nicht zu durchschauen vermochte.“

Und dann kam mir und Selene der gleiche Gedanke.

Kek und Bahati.

Selene und ich.

Wir spürten dasselbe.

Dieses lodernde Feuer, diese nie enden wollende Erregung.

Eine Wohltat, welche nach dem Tod von Bahati wegfiel.

Doch Selene war ein Abbild ihrer Mutter.

Ein Trugbild für Kek.

Eines, das ihn spätestens beim Umarmen seiner Tochter unerbittlich ins Gedächtnis rief, auf welche schreckliche Weise seine Frau den Tod fand.

Denn keine Flammen waren bei der Berührung Selenes zu spüren.

Lediglich Verlust und Trauer.

Eine Theorie, die einfach alles erklärte:

Dieses distanzierte Verhalten, diese entgegengebrachte Ablehnung.

Denn Selene und ich hatten nun das, was er verloren hatte.

Diese wahre, reine Liebe und wollte nicht, dass ein Abbild seiner Frau mit einem anderen Mann zusammen war.

Es passte.

„Dann kann ich das Verhalten meines Vaters akzeptieren. Ich bin es immerhin, der ihn stets mit Schmerz erfüllt. Aber vielleicht sollte ich ihn unnötiges Leid ersparen und –“

„Dann zieh fort mit mir. Raus aus diesem Land. In ein anderes das sicher ist.“

Selene blickte mich skeptisch an.

„Eines, das sicher ist? Wie meinst du das, Solonis?“

„Dein Vater ist unberechenbar. Er könnte durchdrehen und dir etwas antun. Also flieh am besten schon morgen mit mir!“

Selene biss sich auf die Lippen und dachte angestrengt nach.

„Ich bezweifle, dass mein Vater bereits heute oder am nächsten Tag zum Mörder wird. Also warum schon morgen? Weshalb so schnell?“ Meine kluge Selene kam mir auf die Schliche, doch ich wollte ihr den wahren Grund nicht nennen.

Es hätte sie nur noch mehr belastet.

Sie mit schrecklicher Angst erfüllt.

Ich wich also aus und sprach:

„Man kann ja nie wissen.“

„Ja, das kann man nicht, Doch irgendwie werde dennoch das Gefühl nicht los, dass du mir etwas verschweigst, Solonis.“

Sie blickte mich eindringlicher an, aber ich versiegelte meine Lippen.

Ich konnte es einfach nicht über mich bringen ihr die Gefahr, in der sie sich befand, zu erklären.

Mein Mondschein wirkte daraufhin zu recht verärgert und argwöhnte: „Hat es etwas mit meinen achtzehnten Geburtstag zu tun?“

Sie traf genau ins Schwarze.

Ich versuchte mir allerdings nichts anmerken zu lassen.

„Solonis!“, knurrte sie mit Nachdruck.

Sie pochte auf eine Antwort und blickte finster.

Also sprach ich die Wahrheit.

Die einzig wahre, die sie wissen musste.

„Selene, ich liebe dich. Ich werde es nicht zulassen, dass dir jemand auch nur ein Haar krümmt. Nicht dein Vater und auch kein anderer, also bitte-“

„Wer sollte mir sonst noch etwas antun sollen? Solonis, sag es-“

„Selene bist du da?“, ertönte es plötzlich aus dem Untergeschoss des Hauses.

Es war Kek.

Panik überkam meine Freundin.

„Du musst hier weg, Solonis. Wenn er dich erwischt.“

„Versprich, morgen mit mir zu fliehen“, flüsterte ich ihr daraufhin entgegen, „Pack deine Sachen und geh fort mit mir. Hier ist es nicht sicher für dich. Bitte!“

Selene starrte mich an.

War geschockt von meiner Bettlerei, aber auch von Angst erfüllt denn Schritte waren nun im Lager zu vernehmen.

Selenes Vater war direkt unter uns.

„Ich verspreche es!“, flüsterte sie daher so leise wie nur möglich und küsste mich auf den Mund.

„Und jetzt geh!“

Ich gehorchte ihren Worten, stieg leise aus dem Bett, nahm meinen Zauberstab und ließ meinen Brustpanzer mithilfe eines Zauberspruches verschwinden.

Danach zauberte ich meine Toga herbei und striff sie mir über.

Ich schlich mich zum Fenster, als das Knacken der Holzleiter ertönte.

Eine fatale Angelegenheit, denn Kek wollte wohl nach dem rechten sehen.

Ich wusste, dass ich es nicht rechtzeitig schaffen würde, um herauszuklettern und ahnte, dass es wohl zu einer kämpferischen Konfrontation zwischen ihn und mir kommen würde.

Und das zum Leidwesen meiner Selene.

 

 

Mein Vater drohte jeden Moment in mein Zimmer zu platzen.

Drohte meinen Liebsten zu erblicken und einen Kampf zu entfachen, den ich mit allen Mitteln verhindern wollte.

Ich tat daher etwas, was ich zutiefst verabscheute.

Ich log meinen Vater an.

Doch zuvor riss ich mir meine Tunika, welche glücklicherweise vor mir in der rechten Ecke des Raumes gelandet war, über und rutschte zur Öffnung meines Zimmers.

Meine Knie schmerzten aufgrund des Bodenkontaktes, doch es war die Sache wert. Denn nur noch drei Sprossen trennten meinen Vater vom Anblick auf mein Geheimnis.

Meine verbrachte Zusammenkunft mit Solonis.

Ich blickte zu meinen Vater herab und lächelte unschuldig.

„Entschuldige, Vater. Ich habe dich nicht gehört. Habe tief und fest geschlafen.“

Er hob seinen Kopf und musterte mich misstrauisch.

„Muss ein Albtraum gewesen sein. Deine Haare sehen ja furchtbar aus.“

Mir wurde übel.

Das Geheimnis drohte gelüftet zu werden.

Ich musste also geschwind handeln und fühlte mich dazu gezwungen die bitterste Trumpf-Karte auszuspielen.

Ich musste mich dazu überwinden.

Doch es war unabdingbar.

Zum Schutz von Solonis.

Aus Liebe zu ihm.

Ich atmete tief durch und sprach:

„Ja und Nein. Es war die Erinnerung am Tod meiner Mutter. Den Tag, an dem sie starb. Und ich wünschte so sehr, dass es wirklich ein Albtraum gewesen wäre, doch die Realität sieht…“

Die Mimik meines Vaters war von Trauer gezeichnet.

Sein Blick wirkte leer, doch seine Augen waren mit Tränen gefüllt.

Er hatte genug.

Ohne auch nur ein weiteres Wort, kletterte er hinunter und verschwand in seinem Zimmer, links hinter dem Lagerraum.

Denn das rechte war unser Bad.

Ich atmete erleichtert aus, als die Tür zu seinem Zimmer geschlossen wurde.

Ich hatte es geschafft.

Hatte ein Unglück abgewendet.

Ich wandte meinen Kopf zum Fenster.

Solonis war noch immer hier.

Er wirkte beeindruckt.

„Du böses Mädchen“, flüsterte er.

Ich schmunzelte, näherte mich dabei und legte meine Hände an seine Brust.

Ich sah ihm direkt ins Gesicht und bemerkte:

„Das böse Mädchen hat dir soeben den Arsch gerettet.“

Nun konnte auch er sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„’Oh, danke’“, erwiderte er daraufhin spöttisch.

Sein männliches Ego gebot es ihm wohl.

Ich maßregelte ihn daher und verpasste ihm einen leichten Klaps auf die Brust.

Ein Verhalten, das er von mir kannte.

Eines, das ihm symbolisierte wie sehr ich ihn liebte und wie viel er mir bedeutete.

Und so geschah es, dass er dahingehend nachzog, meine rechte Hand in seine verzierte nahm und zu seinen Herzen heranzog, ehedem er sie an seinen Mund legte und küsste.

Ich schmolz dahin.

„Ich werde morgen Nachmittag bei dir sein. Werde bis dahin alles Nötige zu unserer Flucht erledigt haben. Semper fidelis!“

Und mit jenen Worten verabschiedete er sich von mir, gab mir nochmals einen Handkuss und kletterte aus dem Fenster.

Leise, mithilfe von Magie.

Ließ Steinvorsprünge mithilfe des Gradus-Zaubers an der Außenwand des Hauses erscheinen und stieg herab.

Am Boden angekommen, sah er noch einmal zu mir auf und schenkte mir einen Luftkuss, ehedem er von dannen zog.

Ich blieb am Fenster stehen, verfolgte sehnsuchtsvoll seinen Weggang und spürte wie mit jedem Schritt seines Fortgehens ein zunehmender Schmerz in mir entstand.

Ein Schmerz, der Isis sei Dank, nicht von langer Dauer sein würde.

Denn schon morgen begann meine Zukunft.

Meine freie Zukunft mit Solonis.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s