Kapitel 11

 

Ramses war zurück auf seinem Platz und eröffnete noch einmal die finale Schlacht als ihm etwas plötzlich in den Sinn zu kommen schien.

„Keinen Gnadentod via ‚Interficio-Zauber’“, verbot er, „Ich möchte einen Kampf und keine Hinrichtung sehen. Zeig der kleinen Amazone was es bedeutet Schmerzen zu spüren!“

Hels Gesicht entglitt ihr, anscheinend war genau der Gnadentod ihr Plan gewesen.

Sie wollte es mir wohl so leicht wie möglich machen, meinen Abgang erleichtern, doch daraus wurde nun nichts mehr.

Mir wurde ganz flau im Magen, doch ich musste diese Folter durchstehen.

Musste mich als mutig genug erweisen, um den bevorstehenden Flüchen aus zu weichen.

Zumindest den meisten von ihnen.

Hel nickte und schwang ihren Stab.

Ein Zauber broch aus diesem sogleich hervor und drohte mich zu erwischen, aber es gelang mir auszuweichen. Er flog an mir vorbei und traf die Mörderwand.

Waffen fielen zu Boden.

Doch ich durfte mich nicht davon ablenken lassen und fokussierte ich voll und ganz auf Hel.

Sie schwang erneut den Stab.

Ich wich wieder aus und so weiter und so fort, bis das Unvermeidliche geschah:

Ein Fluch traf mich mit voller Wucht.

Ich stürzte zu Boden und spürte wie sich meine Lungenflügel verkrampften.

Ich war unfähig zu atmen, wobei ein weiterer Zauber mein bereits ramponiertes Handgelenk traf.

Er riss meine, nicht mehr blutende, Wunde von Neuem auf und brachte sogar meine darunter liegende Pulsader zum Bersten.

Mich zerriss es vor Schmerz, doch ich war unfähig zu schreien.

Fühlte nur noch das Fließen von Blut, die zunehmende Kälte und sah Solonis heftig um seine Freiheit ringen.

Es war das Letzte das ich sah, denn meine Lider wurden immer schwerer und schwerer.

Vergib mir Solonis!

 

 

Mein Leben war vorbei, als Selene zusammenbrach.

Es versetzte mir einen Stich, den ich nicht ertragen konnte.

Unbeschreibliche Pein entbrannte in mir, wobei ich mich wie wild gegen meine menschlichen Fesseln behauptete.

Mir gelang es endlich mich aus ihren Griffen zu befreien und stürzte zu Selene.

Mein Mondschein lag seitlich am Boden und hatte bereits ihre Augen geschlossen.

Ebenso wie ihre Lippen, die eine bläuliche Farbe angenommen hatten.

Ich kniete mich zu ihr, zog ihren Körper auf meinen Schoß und versuchte ihre Blutung zu stoppen.

Presste meine Finger auf die klaffende Wunde und strich meiner Liebsten liebevoll über die Wange, ehedem ich sie küsste und ihr meinen Atem spendete.

Doch sie reagierte nicht.

Tränen ergossen sich über mein Gesicht.

„Selene, ich liebe dich mehr als mein Leben. Komm zu mir zurück! Ich flehe dich an!“, flüsterte ich ihr zu und küsste sie erneut, doch sie fühlte sich nur noch kälter an.

Eine Temperatur, die zwischen uns so gut wie unmöglich war. Denn unsere lodernde Liebe verbot uns dies.

Umso erschreckender war es nun für mich, dass es doch möglich sein konnte.