Kapitel 1

Die nachfolgende Story

ist für Leser unter 18 Jahren 

nicht geeignet.

Prolog:

 

In einer Galaxis fernab unserer Zivilisation existiert eine Welt, welche uns in vielen Dingen bekannt vorkommen mag.

Denn zahlreich sind die Gemeinsamkeiten, die sie mit unserer Erde besitzt.

So besteht auch dieser Planet aus sieben Kontinenten.

Zum einen:

 

Nord- und Südamerika: Die magische Welt, in der so gut wie alle Hexen und Zauberer geboren werden und leben bleiben.

Australien mit Ozeanien: Das Land der Gefahren und der Überlebenskünstler.

Afrika: Das Land der Musik und der Künste.

Asien: Das Land der Weisheit und der Heilkunde.

Europa: Das Land des Leistungsdruckes und des Erfolges.

Und zum letzten:

Antarktika: Das Land der Kälte und der Hilfsbereitschaft.

 

Doch umso gewaltiger sind auch die Unterschiede.

Denn viele Kulturen der unseren treffen dort aufeinander, viele Mythen vermischen sich und selbst die Zukunft kann dort zur Vergangenheit gehören.

Und genau an diesem Ort, auf dem Kontinenten Afrika, in Kairo, leben Selene und Solonis.

In der Stadt, die fest in den Händen des gnadenlosen Pharao Ramses (II) ist.

Dem Pharao, der sein Volk hungern lässt, Sklaven und einfache Männer unter sadistischen Bedingungen bis zum Tode für seine Bauwerke schuften lässt und eine Mauer des Schweigens für seine Untaten errichten ließ.

Kurz gesagt:

Ein Mann, der der dort wie ein Monster regiert, emotionslos über Leichen marschiert und das Glück vieler Lebender gefährdet.

Aber selbst die Liebenden bleiben nicht verschont, denn schon bald ist es wieder Zeit für das „Blutige Spektakel“…

 

Erstes Kapitel:

 

Wie so oft arbeitete ich unter der strengen Aufsicht meines Vaters Kek.

Ich war die einzige Töpferin seines Keramikgeschäftes und verbrachte viele Stunden damit meine selbstgeformten Gefäße zu erstellen.

Die Arbeit mit der Drehscheibe war mühsam und schadete mit jeder Minute, des gekrümmten Sitzens, meinem Rücken.

Doch egal wie beschwerlich die Arbeit auch war, liebte ich sie.

Liebte ich es den feuchten Ton zu formen, ihn zu glasieren, ihn zu brennen und schließlich kunstvoll zu bemalen.

Denn mit diesem letzten Schritt konnte ich vor allem meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Wie dem auch sei, war ich gerade dabei einer Vase den letzten Schliff zu geben, als mein Vater unvermittelt sagte:

„Beeil dich doch einmal! Das Geschäft braucht wieder Vasen und Tonkrüge.“

Ich erschrak für einen kurzen Moment.

„Ja, Vater.“

Ich arbeitete also schneller und brachte die fertig glasierte Vase geschwind zum Ofen.

Er befand sich im hinteren Teil des Hauses.

Dem Lager.

Danach wusch ich mir schnell die Hände in einer, in der Nähe stehenden, Schale mit Seife und trocknete meine Handflächen anschließend mit groben Leinen.

Meine Hände nun blitzblank, war es an der Zeit, die älteren Gefäße dem Ofen zu entnehmen.

Ich stellte sie zum Auskühlen ins Lager und holte dabei gleich die Palette mit selbstgemachten Farbtabletten sowie die fertigen Rohlinge des Vortages hervor.

Mit den Gefäßen im Arm, gelang es mir, mich zurück auf meinen hölzernen Hocker zu setzen.

Ich war erleichtert, doch mein Vater bemängelte nur:

„Keine Zeit zum Ausruhen, Selene. Los, marsch an die Arbeit!“

Ich schnaufte.

Mein Vater war ein ziemlicher Sklaventreiber, doch was soll ich sagen?

Ich liebte und respektierte ihn.

Denn immerhin war er es, der mich nach dem Tod meiner Mutter aufzog, mich ernährte, mich einkleidete und mich bestimmt tief in seinem Inneren liebte.

Er zeigte es mir nur nicht.

Keine Zeit für weitere Gedanken, begann ich die Gefäße, um mich, auf den Boden abzustellen.

Doch nun immer fehlten mir die wichtigsten Utensilien.

Also griff ich in ein links von mir stehendes Regal und holte ein sauberes, aus acht Furchen bestehendes Schälchen, einen mit Wasser gefüllten Krug, eine Metallspitze sowie verschiedenste Pinsel heraus.

Endlich alles beisammen, stellte ich auch diese Dinge auf den Boden, um sie schließlich zu sortieren.

So tauchte ich die Pinsel in den Krug, legte sowohl das Furchenschälchen als auch die Palette mit den gepressten Farben auf meinem Schoß und nahm die Metallspitze zur Hand, um von jeder Farbtablette ein paar Farbraspeln abzuschaben.

Tat dies, um die Farben miteinander vermischen zu können.

Dem genug, stellte ich die Farbtabletten wieder zu Boden und nahm den Krug zur Hand.

Ich benutzte ihn dazu, um Wasser in die jeweiligen Furchen zu gießen.

Musste allerdings vorsichtig sein, um diese nicht zu übergießen.

Denn die perfekte Dosierung war hierbei entscheidend, erforderte Fingerspitzengefühl.

Denn:

Zu viel Wasser bedeutete: Die Farbe würde wässrig und viel zu blass auftragen.

Doch zu wenig Wasser: würden die Farbraspeln nicht zum Verschmelzen bringen und unschöne Klumpen hinterlassen.

Aber glücklicherweise klappte alles, sodass ich getrost fortfahren konnte.

Ich versah einen dicken Pinsel mit violetter Farbe und bestrich eine Vase von allen Seiten.

Danach nahm ich mir die anderen vor, trug weitere Farben auf und widmete mich schließlich den Tonkrügen und Schalen.

Ein Tonkrug war dabei bereits am gestrigen Tage von mir gelb bemalt worden, sodass ich nun einen feinen dünnen Pinsel zur Hand nahm.

Ich tauchte diesen in ein kräftiges Schwarz und fing an Phönixe, Flügelsonnen sowie Lotusblüten zu gestalten.

Ich war vollkommen vertieft in dem was ich tat, als mein Vater erneut abrupt sprach:

„Ich gehe jetzt auf den Markt und verkaufe die Gefäße. Du bleibst hier und achtest auf das Geschäft! Ich bin gegen Abend wieder da.“

Ein weiterer Schrecken durchzuckte mich und sorgte für einen unpräzisen Pinselstrich.

Mein Gesicht sprach dabei wohl Bände, sodass mein Vater rügte:

„Hast du schon wieder ein Gefäß ruiniert?“

„Nein, es ist nichts was man nicht ausbessern könnte“, versuchte ich zu beschwichtigen, woraufhin mein Vater mit den gezischten Worten „Na hoffen wirs.“ herausstürmte.